Skitour zum Mont Vélan 3731m
Ein Bericht von Alexander Kauz
Die Skitourengruppe unter Leitung von Bergführer Gerold Scherer hat sich in den vergangenen 10 Jahren zu einer festen Größe im Skiclub entwickelt. In den Anfängen unternahmen 4-6 Langläufer des Skiclubs im Frühjahr zum Saisonende gerne noch ein oder zwei Gipfelbesteigungen mit Tourenski. Im Verlauf der Jahre entwickelte sich eine Gruppe von bis 25 begeisterten TourengängerInnen.
Im Sommer joggt die Gruppe gemeinsam und trainiert mit dem Bike. Ebenso im Jahresverlauf macht sich die Gruppe mit theoretisch-praktischen Übungen fit für die bevorstehende Tourensaison.
Im Winter 2008 und 2009 waren vier Ausfahrten in die Schweiz organisiert und auf dem Kandel fand bei besten Winterbedingungen Anfang Februar eine umfassende Lawinenausbildung statt.
Das Highlight war die dreitägige Ausfahrt zum Grenzberg Mont Vélan in den Walliser Alpen. Die Italienische - Schweizer Grenze führt direkt über das Gipfelplateau.
Der Aufstieg beginnt im malerischen Örtchen Bourg St. Pierre an der Nordrampe des Großen St. Bernhard. Leicht ansteigend hinauf ins Valsoreytal folgen 15 Frauen und Männer erst dem Sommerweg auf der Sonnenseite. Immer wieder gilt es dabei beeindruckende Lawinenkegel zu übersteigen. Am Ende des weiten Talgrundes geht’s dann zackig durch eine Schlucht hinauf zu den Moränen des Tseudet und Valoreygletschers. Dort erblicken die Tourengeher erstmals die futuristisch anmutende moderne Vélanhütte in 2642m Höhe.
Am kommenden Morgen ging es früh über den anfänglich leicht und dann rasch ansteigenden Gletscher hinauf zum wilden Felsübergang Col de Gouille. In 3150m - die Ski sind auf den Rücksack gebunden - wird vom einem zum anderen Gletscher gewechselt. Vom Col geht es durch Fixseile gesichert sehr steil hinunter auf den Valsoreygletscher.
Diesem folgen wir mehrere Spaltenzonen in weiten Bogen querend bis hinauf zur flachen Gipfelkalotte. Nach 5 ½ Stunden haben Alle glücklich und erfolgreich den Gipfel erobert und genießen dann irgendwo zwischen der Schweiz und Italien die grandiosen Rundsicht vom Mont Blanc Massiv über den Grand Combin und dem Gran Paradiso.
An diesem Tag und den guten Schneebedingungen schuldend wedelte die ganze Gruppe erst den sanften Gletscher folgend hinab zur Steilrampe zwischen Fels und dramatischen Gletscherbruch. Die Folgen sind unübersehbar. Hänge welche die Skiclubtourengruppe abgefahren ist, zeigen bei solch optimalen Bedingungen die vergängliche Kunst des Skifahrens. Die Herzen der Gruppe schlagen dabei höher. Der erneute Aufstieg zur Vélanhütte findet fast unbemerkt statt, obwohl nach einem langen Tag jede und jeder mit der restlichen Kraft haushalten muss.
Nach der zweiten Hüttennacht eroberen wir über wunderbare Hänge aufsteigend den Croix de tsousse 2840m wir tauften ihn um in K60. Auch dort fanden sich traumhafte unberührte Nordosthänge die von Pulver in Firn übergingen und anschließend uns durch eine Schlucht ins Tal führte.
In Bourg St. Pierre fanden drei schöne Tage Ihren Abschluss. Für einige der Gruppe war damit eine wunderschöne und lange Wintersaison beendet, die Unersättlichen träumen schon von weiteren Highlights im Frühjahr – die Anderen vom noch lange ausstehenden kommenden Winter.
(Alexander Kauz)



